Geliebte Lorbeeren

Von Silke Böttcher

Ihre Flucht vor dem liebestrunkenen Apoll endete auf eigentümliche Weise: Daphne verwandelte sich in einen Lorbeerstrauch. Was Apoll nicht davon abhielt, sie weiterhin zu lieben. Fortan trug er ihre Blätter als Schmuck – den Lorbeerkranz, Symbol für große Taten. Und weil Lorbeer auch ein typisches Gewürz für die türkische Küche ist, musste Kazim Binici nicht lange überlegen, als er einen Namen für sein Kreuzberger Restaurant suchte.

Im Juni 2003 wurde das „Defne“ (türkisch: Lorbeer) eröffnet. Die liebevoll gestaltete Einrichtung mit Holztischen, gemusterten Bodenfliesen, gewischten Wänden und indirektem Licht trug dazu bei, dass das Lokal schnell zum gut besuchten Treffpunkt wurde. Wer hier aber Döner Kebab bestellen will, muss damit rechnen, dass der Chef die Nase rümpft. Die türkische Küche, insistiert er, habe wesentlich mehr zu bieten. Viele Vorspeisen etwa, Fleischgerichte vom Lavasteingrill, Fisch und Vegetarisches.

Wir beginnen unser Mahl mit Karisik Meze, einer Spezialität des Hauses. Hummus, Auberginensalat, Cacik (Joghurt mit Gurke), Knoblauchkarotten, Walnuss-Chili-Paste und Olivensalat vereinen aufs Köstlichste kulinarische Einflüsse mehrerer Völker und Religionen auf einem Teller. Der für eine Person gedacht ist, aber locker für zwei reicht. Dazu passt Kavaklidere Yakut, ein leichter Rotwein, der dennoch gegen den Knoblauch-Ansturm der Vorspeise bestehen kann.

Am Nebentisch ist eine lebhafte türkisch-deutsche Unterhaltung in vollem Gange und übertönt die orientalischen Klänge, die durch den Raum wabern. Uns hingegen bringt die Hauptspeise zum andächtigen Schweigen. Nichts Überkandideltes kommt da, sondern Bodenständiges von feinster Qualität mit Bedacht abgeschmeckt. Die üppig bestückte vegetarische Grillplatte etwa. Oder die mit Gemüse und Pinienkernen gefüllte Aubergine, bei der der Name so reizvoll ist wie der Geschmack: „Imam fiel in Ohnmacht“ heißt sie. Und ist schuld daran, dass kein Platz bleibt für süße Genüsse wie gefüllte Feigen oder türkische Crêpes. Aber wir kommen wieder. Zu Daphne, der zum Baum erstarrten Nymphe.


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Neue Restaurants im Test

C. Weidner

Defne

Warum es bisher in Deutschlands türkischer Hauptstadt kein gut gemachtes türkisches Restaurant gab, verstehen wir zwar immer noch nicht. Aber jetzt gibt es eines, mitten im Kreuzberg. Das Lokal schlicht, mit gutem Auge und Stil eingerichtet, der Service vorzüglich und die Küche mit mediterranem Einschlag, ohne sich zu verrenken. Die große Kür liegt in den Vorspeisen: Wunderbare Miniteigtaschen mit Hackfleisch auf einer prickelnden Joghurt-Soße (6,90) und eine einfache, aber absolut elegante Rote-Linsen-Suppe (3 Euro). Das „Dampfende Huhn“ ist eine Grillpfanne, die einen ob ihrer Fleischmenge leider etwas erschlägt (8,50 Euro), schön das Lammgeschnetzelte mit Pinienkernen, eingerollt in Weißkohl (13,50 Euro). Die türkischen Weine müssten auf der Karte übrigens gar nicht so versteckt werden.

Von Corinna Weidner

Fazit: auf dieses Restaurant haben wir schon lange gewartet.

Für Fans von: Kreuzberg, gehoben
Herausragend


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Mystischer Mix vom Mittelmeer

Das Restaurant: Unter Kastanienbäumen am Landwehrkanal wartet ein Stück Türkei, das so gar nichts mit der Dönerbude an der Ecke zu tun hat. Die Mythologie Griechenlands und der Türkei (Defne = Nymphe Dafne) ist Basis für einen mystisch anmutenden Küchen-Mix der schönsten Rezepte vom östlichen Mittelmeer.

Der Service: Da das Restaurant von Freunden für Freunde (der Mittelmeer-Küche) geführt wird, fühlt man sich immer wie ein Gast, nie wie ein Kunde. Kein Wunsch bleibt unerfüllt.

Die Karte: Die Vielfalt des nahen Türkischen Marktes am Maybach-Ufer spiegelt sich auf der Karte wider: Fisch, Fleisch, viel Vegetarisches. Zum Kennenlernen: Vorspeisenteller „Defne“ (6,90 Euro), dann unbedingt Fisch. Jeden Freitag und Sonnabend gibt´s Extra-Fisch- und Meeresfrüchte-Angebote! Die gemischte Fischplatte (Zander, Seezunge, Lachs, Scampi vom Grill) ist mit 14 Euro ein Muss! Passt noch was? Dann: Gefüllte Feigen mit Walnüssen und Vanille-Schoko-Sauce (4,50 Euro).

Die Getränke: Man vertraut auf deutsche und französische Weine. Zum Fisch: Entre-Deux-Mers (2001), 0,75l/14,50 Euro.

Das Kurier-Fazit: Lassen Sie sich verwöhnen – vom Charme des Personals und den mystischen Fähigkeiten der Köche. Tipp: Jeden Sonntag Brunch ab 11.00 Uhr- für 6,50 Euro, so viel essen, wie man schafft!

KK


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Prinz:Top 15 Restaurants 09/04

Die Besten 15 Neueröffnungen 2004

Defne

Ja, es gibt jetzt ein gut gemachtes türkisches Restaurant, mitten im Kreuzberg. Schlicht und schön eingerichtet, toller Service, Küche mit mediterranem Einschlag. Die Kür liegt in den Vorspeisen, z. B. Hackfleisch-Teigtaschen mit Joghurt-Soße.





AKTUELLE LINKS ÜBER DAS DEFNE RESTAURANT:


>>> kneipen.de
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>>> zitty
>>> kneipen-suche.com
>>> zitty
>>> pointoo.de
>>> fodors.com
>>> berlinonline